Dresdens Next Schulkind: Vom langen Weg der Waldorfschul-Anmeldung

Nach der schwierigen Aufgabe, einen KiTa-Platz zu finden, war schon klar, dass es mit der Schule nicht anders werden würde. Und so ist es nun auch. Vorhang auf zur zweiten Runde. Diesmal heißt das Programm „Dresdens Next Schulkind.“

Der Gewinn: ein Platz an der Waldorfschule

Mit unserem Umzug nach Dresden eröffnete sich eine Chance für unsere Töchter, die mich sehr freut: nicht weit entfernt befindet sich die Freie Waldorfschule Dresden und ich hatte schon immer mit dieser Schulform geliebäugelt. War das ein Zeichen? Sollte es diese Elterninitiative für uns werden?

Schulgeld kostet eine Waldorfschule natürlich schon und vielleicht findet ihr es sogar elitär, dass ich meine Kinder an einer Privatschule anmelden möchte? Das ist es auch. Für mich bedeutet es aber in erster Linie eine ausgezeichnete Ausbildung meiner Töchter, so wie ich sie mir wünsche.

Schritt 1: Unsere Anmeldung für die Waldorfschule

Alles begann letztes Jahr, als ich Maxi formlos an der Waldorfschule angemeldet habe. Schon kurz darauf erhielten wir einen Brief:

„Wir bedanken uns für Ihr Schreiben und dem Interesse an unserer Schule. Den Aufnahmeantrag für Ihre Tochter haben wir entgegengenommen und sie für das Schuljahr 2019 registriert.“

Der Brief ist auf den 04. Juli 2018 datiert. Soweit, so einfach, doch wer Dresdens Next Schulkind werden möchte, für den beginnt der Anmeldeprozess gerade erst.

Der Vorentscheid: Info-Abend, Info-Abend, Info-Abend

Einige Monate später – am 26. November 2018 – kam das nächste Schreiben mit einer besonderen Anforderung:

„Ihre Anmeldung zur Einschulung in die Freie Waldorfschule Dresden haben wir erhalten. Nun möchten wir Sie gern zu drei Infoveranstaltungen im Januar einladen. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen ist die Voraussetzung für die Durchführung des Aufnahmeverfahrens.“

Ich musste diese Sätze mehrmals lesen, um mich zu vergewissern, ob wir wirklich alle drei Termine (unter der Woche jeweils um 20 Uhr) besuchen sollten? Ja, alle drei Termine. So konnten die ersten Eltern, die keine Lust auf drei Abendveranstaltungen hatten, bereits das Verfahren verlassen.

Das große Zittern: Schaffen wir es in den Recall?

Januar 2019. Mein Mann und ich einigten und darauf, dass ich alle drei Veranstaltungen besuche, denn er neigt dazu, weder mitzuschreiben, noch Informationen weiterzugeben. Also passte er lieber auf die Kinder auf und ich schrieb fein säuberlich alles mit, was es zu merken gab.

Um in den Recall zu kommen, galt es dann aber schon etwas mehr zu leisten, als nur unseren Popo auf Schulstühle zu drücken und die Zeit abzusitzen. Wir erhielten am zweiten Abend ein Formular mit einigen Fragen. Unter anderem mussten wir auf diesem Bogen unser Kind beschreiben und erklären, warum wir uns für die Waldorfschule entschieden hatten. Der Platz reichte ungefähr für 3 Zeilen, die ich in schönster Handschrift ausfüllte – vielleicht bringt eine besondere Handschrift ja Pluspunkte?

Germanys Next Schulkind: die Finale Entscheidungsshow dauert 2,5 Stunden

07. Februar 2019:

„Hiermit möchten wir Sie mit Ihrem Kind zu unseren Aufnahmetagen einladen.“

Chakka! Wir hatten den Recall tatsächlich gemeistert. Lag es an der Schönschrift? Egal, weiter ging´s! Ich besorgte noch eine schriftliche Einschätzung über meine Tochter Maxi von der Erzieherin, bevor es Anfang März schließlich zur finalen Entscheidungsshow ging.

16 Uhr startete das Aufnahmegespräch mit einer Probestunde, aus der Maxi als letzte zurückkehrte. Sie hatten noch lange ein Bild gemalt, bei dem sie sich reichlich Zeit ließ. Danach wurden die Familien jeweils zum Schularzt und zu einer Gruppe Lehrerinnen und Lehrer geschickt, wo wir Rede und Antwort stehen mussten. Maxi sollte einen Takt nachklopfen, zählen, Schäfchen im Klassenzimmer suchen, malen, Lautfolgen nachsprechen (Z. B. „Hakuminopafee“) und beim Kinderarzt auf einer Linie vorwärts und rückwärts balancieren sowie über die Linie hüpfen.

Alles in allem waren wir erst 18:30 Uhr wieder aus der Schule raus.

Wann gibt´s die Ergebnisse der Abstimmung?

Unser Gefühl ist zwiegespalten. Sowohl der Schularzt als auch die Lehrer betonten das junge Alter von Maxi, die Ende April sechs Jahre alt wird. Für Waldorfschulen ist das jung, denn viele Eltern lassen Ihren Nachwuchs lieber noch ein Jahr zurückstellen. Wird es eine entscheidende Rolle spielen? Ein Bekannter, der als Betreuer an einer Waldorfschule gearbeitet hatte, meinte, es komme nur auf das gemalte Bild an und darauf, wie gut sie den Rhythmus nachgeklopft habe.

Bei ca. 6 Familie zu einem Termin, 2 Terminen an einem Tag und 10 Tagen insgesamt befinden sich wohl noch über 100 Eltern im Rennen um die begehrten Plätze. Ende April erst werden wir das erlösende Schreiben erhalten. Dann heißt es entweder: „Ja, Maxi ist Dresdens Next Schulkind“ oder „Wir haben leider keinen Platz für euch.“ Noch bleibt es also spannend.

Drückt uns die Daumen!

Eure

Schriftzug Dresden Mutti
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4 Kommentare zu „Dresdens Next Schulkind: Vom langen Weg der Waldorfschul-Anmeldung

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    1. Hallo Lisa, ich bin froh, dass wir uns nur an einer freien Schule anmelden. Bei den staatlichen Schulen müssen wir zum Glück „nur“ einmal zum Aufnahmegespräch & zur Probeschulstunde vorbei kommen, aber auch hier winken noch zusätzliche Termine. Wir sind gespannt, wie es ausgehen wird… Viele Grüße, Nadine

      Gefällt 1 Person

  1. Au weia… da genieße ich doch ernsthaft die zwei Jahre, die unser Sohn (3) noch „gut versorgt“ im Kindergarten verbringt, bevor der nächste „Bewerbungsmarathon“ beginnt…😳
    Herzlichen Gruß nach Dresden, Sarah

    Gefällt 1 Person

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