Corona-Ferien: meine Vorbereitung auf Homeoffice, Homeschooling und Kinderbetreuung

Vor einer Woche habe ich überhaupt noch nicht verstanden, was auf uns zukommt und vor allem: in welchem Ausmaß uns diese Pandemie tatsächlich treffen könnte. So bin ich Dienstag und Mittwoch sogar noch nach Berlin zu einer Konferenz gereist, wo ich eine inspirierende und lustige Zeit auf der Contentixx verbrachte – zwar mit reichlich Händewaschen, aber eben doch unter vielen Menschen. Aus Bayern, NRW, Österreich, der Schweiz, Luxemburg …

Corona Homeoffice
Mein Homeoffice-Arbeitsplatz

Kaum zurück begann dann allerdings auch ich umzudenken und machte mich nicht mehr lustig über Hamsterkäufe, wunderte mich nicht mehr über (Helikopter-)Eltern, die ihre Kinder zu Hause ließen – ich wurde ein Teil davon. Noch bevor die Schulschließung in Sachsen bekannt wurde, reichte ich Homeoffice ein und beschloss, dass wir zu Hause bleiben würden (notfalls hätte ich mein Schulkind krank gemeldet) – und so ist es nun ab Montag.

Wie soll das nur funktionieren?

Mein Mann muss weiterhin arbeiten, da er als Erzieher die „Notfallbetreuung“ übernimmt. Wie das konkret aussieht, ist noch nicht klar. Auf jeden Fall aber bin ich die nächsten Tage alleine mit den Kindern und mich sorgt da weniger das Eingesperrtsein. Klar, vielleicht bekommen wir einen Lagerkoller, das ist auch unschön. Mich umtreibt jedoch die Frage: Wie zum Teufel verbinde ich Homeschooling und Homeoffice (40 Stunden!).

Namensetiketten Stifte

Und wie kümmere ich mich zugleich um alle (Carearbeit)? Um einen Punkt zu nennen: Wenn wir zu Hause sind, entfällt die Essensversorgung der Kinder durch Schule und Kindergarten – inklusive einkaufen, kochen, abwaschen und aufräumen. Wie soll das alles „nebenbei“ funktionieren?

Mein Corona-Plan in vier Schritten

Letztendlich ist klar, dass es nicht reibungslos funktionieren wird und man Abstriche in seiner Perfektion machen muss. Oder wie siehst du das? Dennoch kann man mit etwas Vorbereitung der Katastrophe vorbeugen.

Schritt 1: Hamsterkäufe – Echt jetzt?

Wenn nicht jetzt, wann dann? Es schaut gerade so aus, als würde ich die nächsten 5 Wochen mit meinen Kindern zu Hause verbringen, also selbst wenn unser Versorgungssystem nicht kollabiert, werden wir hierfür vieeeeeeeeeeele Lebensmittel brauchen.

Hamsterkäufe

Ich bin Samstagmorgen nun tatsächlich losgelaufen und habe unseren Bollerwagen vollgeladen. So kaufte ich eine Palette Milch, 9 Packungen verschiedene Nudeln und Soßen, Pizzazutaten, Gemüse und Obst und einige Tiefkühlsachen. Auch Tortellini sind darunter, Aufstriche und Toastbrot. Der Vorteil: der Wocheneinkauf ist erledigt und kann unter der Woche von meinen To-Dos gestrichen werden.

Schritt 2: Festgelegte Arbeitszeiten

Ich arbeite im Büro von 6:30 bis 15 Uhr und werde dies auch im Homeoffice so beibehalten, habe ich beschlossen, denn letztlich helfen die festen Strukturen dabei, auch wirklich zu arbeiten und es nicht aufzuschieben. Aufgeschoben ist auch nicht aufgehoben. Für mich wäre es die Hölle, wenn ich 18 Uhr feststelle, dass ich effektiv erst 3 Stunden gearbeitet habe und nun noch 5 Stunden am Rechner sitzen muss! Bis 1 Uhr nachts… Für Nachteulen mag das eine willkommene Option sein, wenn der Arbeitgeber mitspielt, doch ich habe die Arbeit lieber hinter als vor mir.

Beschäftigung für die Kinder
Beschäftigung für die Kinder

Praktisch schaut es so aus, dass ich vor meinem Mann und meinen Kindern aufstehe – sollen sie alle morgens noch etwas schlafen; ich arbeite meine wichtigsten Tagesaufgaben in der morgendlichen Stille ab – dann kann ich den restlichen Tag einfachere Aufgaben erledigen, bei denen die Kinder weniger stören (, denn sind wir ehrlich: sie werden aller naselang „Mama“ sagen und irgendwas von mir wollen. Während ich diesen Text schreibe, wurde ich bereits 20 Mal unterbrochen).

Schritt 3: ein Homeschooling-Plan

Mein Schulkind ist erst 6 Jahre alt und steht nun vor der Aufgabe, die selbst viele Studenten erstmal gebacken bekommen müssen: Selbstlernzeit. Zum Glück ist es aber so: Man muss nicht vor Büchern hocken und büffeln, denn lernen funktioniert auch anders und hier werde ich mir im Vorfeld einige Aufgaben/Projekte überlegen – im Idealfall finde ich Aufgaben, bei denen auch meine kleine Tochter (5 Jahre) mitmachen kann, sodass beide Kinder gut beschäftigt sind.

Meine ersten Homeschooling-Ideen:

  • Brief schreiben an die Tante
  • Ostereier bemalen
  • Einen Menschen malen (wir haben Zeichenlernbücher, die hier genutzt werden können)
  • Mila liest Purzelchen etwas vor
  • eigenständig backen
  • ein Buch zeichnen & schreiben
  • etwas nähen
  • ein Video zu einem Thema drehen oder eine Fotoserie erstellen (Medienkompetenz)

Hier werde ich noch etwas recherchieren und vor allem die Schulbücher nach Ideen durchstöbern. Ich bin gar nicht so sehr im Bilde darüber, was meine Erstklässlerin gerade für Themen behandelt. Daran kann man sicher auf verschiedene Weise anknüpfen.

Am Homeschooling ist das große Problem, dass ich ihnen nicht „die Welt erklären kann“, was ich sehr gerne würde, denn ich arbeite ja selbst in der Zeit. Ich möchte also vor allem Aufgaben finden, die sie selbst lösen können. Wichtig: Ich denke, so lernt man auch am besten! Selber machen, ausprobieren, scheitern und wieder neu versuchen, wenn etwas nicht gut klappt. Der Vorteil des Homeschoolings ist die Zeit.

Schritt 4: Kindern ihre Freiheit lassen

Seien wir ehrlich zu uns selbst: wir werden im Homeschooling nicht das Gleiche leisten können wie die Schulen. Wer sich nicht kaputt machen will, schraubt seinen Anspruch also etwas herunter und sieht die tolle Seite: die Kinder haben 5 Wochen frei. Lassen wir den Minis ihren Freiraum, das tut dem Kopf auch mal gut und sie werden von ganz allein die Langeweile besiegen und sich beschäftigen.

Ein oder zwei Aufgaben pro Tag reichen meiner Meinung nach aus, um die Kinder zu unterrichten. Von Seite der Schule haben wir am Freitag schon einige Aufgaben bekommen und die Schulbücher sowie Arbeitshefte mit nach Hause genommen.

Wie ist dein Corona-Plan?

deine

Schriftzug Dresden Mutti

9 Kommentare zu „Corona-Ferien: meine Vorbereitung auf Homeoffice, Homeschooling und Kinderbetreuung

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  1. Liebe Nadine,
    toller Ansatz, aber ehrlich gesagt, hoffe ich doch, dass von Seiten der Schule und der Lehrer auch Unterrichtsangebote geliefert werden. 40h Job zuhause, Fürsorge für die Kinder samt Haushalt und dazu die „Nebenbeibetreuung“ des Homeschoolings… Das erscheint mir bei zwei relativ kleinen Kindern für eine Person doch etwas sehr ambitioniert. Allein die Konzentration auf die Arbeit am PC ist doch arg eingeschränkt… aber natürlich sinnvoll, dass du hierfür schon Ideen hast. Berichte bitte mal, wie es in der Realität dann aussieht! Lg, Sarah

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, es wäre toll, wenn die Schule auch Angebote liefert. Ich befürchte aber, dass meine 6-jährige diese nicht allein erledigen können wird. Eher werden die Eltern dann miteingespannt, als könnte man den Lehrerjob auch noch übernehmen. Ich werde über unsere Corona-„Ferien“ auf jeden Fall berichten (sofern es die Energie zulässt.^^) Noch bin ich optimistisch.

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  2. Gerne gelesen. Danke dir Nadine.

    Kannst du mir mehr Input geben zum Thema:

    Video zu einem Thema drehen oder eine Fotoserie erstellen

    Machst du das über mehrere Wochen, gibst du ihnen dann dein Handy?

    Wir haben auch auf 100% homeoffice umgestellt, planen vormittags ca. 4-5 Stunden zu arbeiten und teilen uns 5 Kinder mit drei erwachsenen.
    Der Rest geht dann ins minuskonto oder abends, wenn der Partner da ist.

    Lieben Gruß
    Sabine

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Sabine, ich muss das natürlich auch erst einmal testen, wie gut die 40 Stunden funktionieren. Ansonsten gibt es immer noch die Möglichkeit zu Urlaub oder unbezahltem Urlaub.

      Video drehen oder Fotoprojekt dachte ich mir zunächst als Tagesaufgabe, um es nicht zu groß zu machen. Natürlich lässt es sich ausdehnen 🙂 Beide Kinder haben eine eigene Kidizoom-Kamera, mit der ich es probieren würde. Die Bilder können wir dann auch ausdrucken, aufkleben, beschriften ect. Gern berichte ich mehr dazu in der nächsten Woche.

      Bleibt gesund!
      Nadine

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  3. Oh Gott, auf Essen machen bin ich ja noch gar nicht (seelisch) vorbereitet!
    Ich bin ja sonst jeden Tag froh, dass die Kinder in Schule und Kindergarten versorgt sind. Und jetzt muss man das, so nebenbei, während der Arbeit zu Hause, noch machen! Ich bin nur heilfroh, dass mein Mann sowieso schon drei Tage die Woche in Homeoffice arbeitet und generell auch noch gerne kocht! 😍
    Doch an zwei Tagen werde ich dann wohl dran kommen.
    Ich habe die vollen Horror-Vorstellungen, wenn ich an diese fünf Wochen denke: sich ständig streitende Jungs, die alle paar Minuten angerannt kommen, während man in die Arbeit vertieft ist (sein sollte), denen man ja rechtzeitig Essen auf den Tisch stellen muss, damit sie nicht vollends durchdrehen. Und die, trotz Langeweile, absollte nichts tun wollen, was man ihnen vorschlägt, weil sie lieber pausenlos fernsehen oder auf der Playstation spielen wollen (aber natürlich nicht dürfen!). 😓

    Gerne lese ich, wie es dir ergeht, wie du deine Mädels motiviert bekommst und was dir sonst noch so einfällt!

    Ich glaube, demnächst ist der richtige Zeitpunkt, um meinen Kindern die zwei alten Digitalkameras zu geben, die ich vor längerer Zeit für sie bekommen habe. 😉

    Liebe Grüße, bleibt gesund und Alles Gute!
    Daniela

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