Leseecke: Die zwei Leben der Esther K.

[Rezension]

Heute habe ich einen Tipp für alle, die unbedingt mal Abstand von der Corona-Krise brauchen oder einfach einen guten Lesetipp suchen. Sogar mit einer persönlichen Widmung versehen schickte mir Ida Petrat ihr Buch „Die zwei Leben der Esther K.“ zu und ich durfte es für euch lesen. Danke! Das habe ich gerade gut brauchen können.

Widmung Ida Petrat

In Kürze: Der Roman ist fessend, die Autorin hat einen frischen Schreibstil und die Idee hinter der Story ist ungewöhnlich und macht den Roman besonders gut. Ich kann ihn euch sehr empfehlen.

Um was geht es in „Die zwei Leben der Esther K.“?

Der Roman beginnt in der Kindheit von Esther und Jonathan, zwei sehr engen Freunden, aus denen zukünftig wahrscheinlich mehr werden könnte. Ein Liebespaar? Eine Ehepaar?

Als Kinder stellen sie sich das so vor:

Jonathan: „Ich werde ein Wissenschaftler und erfinde eine Maschine, die die Luft sauber macht, genauso wie Bäume.

Und Esther erzählt, dass sie reisen möchte:

„Die Indianer und ich leben in Tipis und jagen Büffel. Und abends gehen wir im kaputten Wald spazieren und ich denke an dich, wenn ich diese Maschinen sehe. Und dann sage ich zu Fliegender Büffel, so heißt der Häuptling, dass mein bester Freund diese Maschinen erfunden hat.“

Die zwei Leben der Esther K. Seite 22

Das sagen sie zum Spaß, aber insgeheim träumen beide doch von ganz eigenen Ideen von der Zukunft und dann eines abends trifft beide Kinder eine täuschend echte Vision. Teil zwei heißt daher auch:

„Was weiter passieren könnte – 2020 und 1993″.

Hier spaltet sich die mögliche Zukunft in zwei Versionen. In Version 1 verlieben sich Esther und Jonathan tatsächlich im Jahr 1993, aber trotzdem sieht die Zukunft nicht rosig aus, denn so sehr Jonathan auch liebt, Esther entweicht ihm immer mehr. 2020 sind sie verheiratet, haben Jobs und zwei Kinder und könnten sich doch kaum fremder sein.

In Version 2 kommen Esther und Jonathan gar nicht erst zusammen. Stattdessen ist Esther 2020 eine alleinerziehende Mutter, die ein Café betreibt und sich alleine durchschlägt.

Was ist nun besser?

Wie hat mir der Roman gefallen?

Was wäre, wenn das Leben anders verlaufen wäre? – Das ist die große Frage des Buches. Die Idee, die Zukunft in zwei verschiedene Zeitlinien zu spalten, ist großartig und macht die Geschichte sehr besonders. Auch wachsen dem Leser die beiden unterschiedlichen Figuren sehr ans Herz, auch wenn Jonathan und Esther nicht die volle Sympathie genießen können. Meine Sympathie zumindest nicht, denn beide haben ihre Eigenheiten – sowohl als Kind als auch als Teenie oder Erwachsener – und zudem ist nicht jede Handlung komplett nachvollziehbar.

Insgesamt fand ich den Roman beklemmend und supertraurig, aber auf eine angenehme Art. Weder Zukunft 1 noch Zukunft 2 sind die „bessere Version“ eines Lebens …

Dreißig Jahre später zeigen sich die Konsequenten der verschiedenen Kindheitsträume. Für Jonathan ist es das Leben im Reihenhaus, für Esther der Wunsch, wild und frei zu sein … So oder so scheinen beide Träume im Desaster zu enden. Soll das Leben wirklich so verlaufen?

Mich hat die Geschichte sehr mitgerissen, gerade weil es keine klassische Lovestory ist. Jederzeit tröstend ist der Gedanke, dass beide Realitäten nicht wirklich sind und keine eintreffen muss… Was am Ende bleibt, ist die Hoffnung, dass die Wirklichkeit anders verlaufen wird.

Überblick über das Buch

  • Taschenbuch
  • 203 Seiten
  • 7,99 €
  • ISBN-10: 3982154707
  • ISBN-13: 978-3982154701

Mehr zum Buch und eine Leseprobe findest du hier: www.idapetrat.de

Viel Spaß beim Lesen!

deine

Schriftzug Dresden Mutti

Ein Kommentar zu „Leseecke: Die zwei Leben der Esther K.

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