Mein Wunsch? Mehr Menschlichkeit in dieser Pandemie.

Was wünschst du dir zu Weihnachten?

Gesundheit wahrscheinlich und ein Ende der Pandemie, wie die meisten Menschen. Vielleicht einen neuen Fernseher. Schokolade. Ein gutes Buch. Ich möchte dazu aber unbedingt noch einen großen Schwung Menschlichkeit, Freundlichkeit, Wohlwollen und Barmherzigkeit mit auf den Wunschzettel setzen. Das fehlt uns in diesen Tagen, obwohl es essentiell für eine Gesellschaft ist.

Was nicht unbedingt auf diese Liste für den bärtigen Mann geschrieben werden muss, ist Verständnis, auch wenn ich es durchaus aufbringen kann. Lieber aber will ich eine nachsichtige Einstellung gegenüber Mitmenschen erleben, die sich anders entscheiden als man selbst. Ich wünsche mir wieder ein MITEINANDER.

Impfstatus = kein Grund für Ablehnung

Selbstverständlich darfst du ehrlich enttäuscht sein, wenn ein Mensch sich gegen eine Impfung entscheidet. Auch wütend, resigniert und verzweifelt. Die Pandemie kommt mit einer großen Impflücke nicht zum Ende, Intensivstationen werden überflutet und Menschen sterben. Ärzt*innen müssen furchtbare Entscheidungen treffen. Wieder überrollt uns ein Lockdown und wieder hast du Angst um deine Liebsten.

Aber schließ mal kurz die Augen und verinnerliche: niemand will etwas Böses.

Es ist wirklich wichtig zu verstehen, dass wir manchmal Menschen und ihre Entscheidungen voneinander trennen dürfen. Nicht der Mensch ist böse (nicht dein Bruder, nicht deine Freundin, nicht deine Arbeitskollegin und auch nicht die Erzieherin). Ihre Entscheidung empfinden wir als falsch.

Denkst du tief in deinem Herzen, dass deine Tante möchte, dass Menschen sterben? Hat dir dein Busfahrer gesagt, er liebt die Lockdowns?

Würdest du also meinen, Menschen ohne Impfung sind schlechte Menschen? (Und wenn ja: sind sie es schon immer gewesen?)

Ich denke nicht. Niemand will, dass Menschen sterben und die Pandemie ewig so weiter geht.

Und das zu verstehen, ist ganz wichtig.

Bleibt im Gespräch – oder auch nicht

So mancher Vegetarier kennt wahrscheinlich das Problem: man ist von etwas überzeugt, aber die anderen Menschen ziehen einfach nicht mit. Obwohl die Fakten absolut dafür sprechen, man gute Argumente vorbringt und es einem ein Herzensthema ist. Beim nächsten Familientreffen wird wieder Fleisch gegrillt.

Was ich sagen will: Menschen treffen falsche Entscheidungen. (Zumindest aus unserer Perspektive.) Darüber sollen wir natürlich im Gespräch bleiben und wir dürfen uns gerne auch zoffen. Und wenn alles ausgesprochen ist, man sich aber nur im Kreis dreht: dann lasst das Thema auf sich beruhen. Vielleicht muss es erstmal sacken. Vielleicht wird ja beim nächsten Grillen immerhin schonmal der Speck im Kartoffelsalat weggelassen. Vielleicht aber auch nicht.

Tatsächlich ist es völlig in Ordnung, Themen, bei denen man sich so gar nicht einig wird, nicht mehr anzusprechen. Man wünscht sich zwar, immer einer Meinung zu sein, aber manchmal ist man es eben nicht. Nur Mut: Man darf Themen auch ausklammern.

Das Gute ist: Du musst kein Verständnis für anderer Leute Entscheidungen aufbringen. Du darfst das absolut fragwürdig finden. Nur solltest du deine Mitmenschen trotzdem nehmen, wie sie sind. Mit all ihren irrationalen Sorgen, mit Luxusproblemen und mit falschen Entscheidungen.

Wer ist Schuld an der Pandemie?

Es liegt in unserer menschlichen Natur, „dumme Entscheidungen“ zu treffen, denn „dumm“ ist immer eine Frage der Perspektive. Eva biss seinerzeit in den Apfel, ihr kennt die Geschichte. Die Verbannung aus dem Paradies folgte, doch hatte sicher ihre Gründe. Hagrid sagte, Harry Potter solle den Spinnen folgen, wodurch Ron und er von diesen fast getötet worden wären. Er hatte sicher seine Gründe.

Jetzt wird also eine Menschengruppe an den Pranger gestellt, die sich (bisher) nicht hat impfen lassen. Da haben wir also den Sündenbock der Pandemie! Wir haben sogar einen Namen für sie: „Impfverweigerer“. Die Meinung lautet: diese Menschen sind dumm. (Dabei ist doch wenn überhaupt nur ihre Entscheidung dumm). Sogar Schuld sollen sie sein. Als könnten einzelne Menschen Schuld an der Pandemie sein?

Es bahnt sich eine unerträgliche Gehässigkeit durch die Gesellschaft, welche die Gesichter der vermeintlich „Guten“ böse verzerrt. Ich erlebe auf Facebook jeden Tag neue Ideen, wie man DENEN das Leben zur Hölle machen kann. Sie sind ja selbst Schuld, wenn sie für Tests zahlen müssen, in der Quarantäne keine Geld mehr erhalten und nicht mehr mit dem Bus ihre Kinder zur KiTa bringen können, etc. Wie wär´s, wenn man DIE nur noch für zwei Stunden in Lebensmittelgeschäften einkaufen ließe? Oder gar nicht mehr. Dann verhungern sie halt. Selbst Schuld.

Selbst Schuld! Harrrharrrharrr – Kannst du die böse verzerrten Gesichter auch sehen?

Impfentscheidungen sind individuell

Ich akzeptiere nicht, dass Menschen abgewertet werden, allein für ihre Impf-Entscheidung. Sie haben vielleicht Sorge vor den (neuen) Impfstoffen, schätzen vielleicht die Gefahr einer Erkrankung für sich als gering ein, sind vielleicht schwanger oder krank, nehmen Medikamente oder hatten schon Corona. Vielleicht sind sie auch nur zu verpeilt, um endlich mal einen Termin auszumachen.

Die Impfung wird derzeit freiwillig angeboten. Natürlich wird es da Menschen geben, die ihre individuellen Gründe gegen die Impfung gewinnen lassen. Das sind keine bösen Menschen. Es sind einfach nur Menschen.

Erschüttert es dein Weltbild wirklich, dass Menschen ohne Impfung trotzdem gute Menschen sein können?

Es sind Menschen die dich mit einen selbstgebackenen Kuchen zum Geburtstag überraschen, die alle sechs Wochen Blut spenden gehen, die kranke Tiere in Obhut nehmen, die zum Vorlesen in die Schule gehen, die einer alten Frau nach Hause helfen, die sich in der Stadt verlaufen hat, die für dir ihre Unterstützung anbieten, wenn du Hilfe brauchst, etc.

Der Blick aufs negative ist leicht, aber nobody ist perfekt. Ich meine, wir können doch auch nicht alle Menschen hassen, die rauchen. Fleisch essen. Mit dem Flugzeug fliegen. Auf Safari gehen. Im Schützenverein sind. Fastfood essen.

Oder die kein Blut spenden, Auto fahren, über einen sexistischen Witz lachen, kein Trinkgeld geben, nicht wählen gehen, (online) shoppen, kein Organspender sind, mit Wegwerfwindeln wickeln, Lebensmittel wegschmeißen, was weiß ich.

Wir finden oft sch**ße, was andere machen und wissen es besser. Und wir haben auch gute Gründe dafür, etwas abzulehnen. Trotzdem handelt es sich bei unseren Mitmenschen nicht um gesichtslose Impfverweigerer, sondern um Menschen. Zum Großteil: gute Menschen. Echt jetzt.

Es ist wichtig, dass wir wieder ein #miteinander finden.

Mussten wir nicht oft im Leben lernen, damit umzugehen, dass andere Menschen „anders“ sind? Dass sogar unsere Freunde blöde Entscheidungen treffen?

Mein großer Wunsch ist: Lasst uns einen gemeinsamen Weg in dieser Pandemie finden.

Was meinst du?

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