365 Tage Dresden – Wir sind da.

Ich spule zurück. 365 Tage drehe und drehe und drehe ich nach hinten und dann: Stopp! 01. Oktober 2017, 11:20 Uhr. Hier bin ich richtig, denn hier ging es los: das Abenteuer Dresden.img_1502

An diesem Morgen vor 365 Tagen fühlte sich meine Reise nicht wirklich wie ein Umzug an. Ich radelte am Vormittag mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Es war ein Sonntag, wir hatten ein angenehmes Herbstwetter.

Die Umhängetasche lag schwer auf der Schulter, der Rucksack saß fest auf dem Rücken und am Lenker baumelte ein leichter Stoffbeutel. Doch es war tatsächlich ein Umzug. Ich fuhr mit einem IC von Bonn nach Dresden, um dort zu leben.

Was kommt auf mich zu?

Im Zug blieben mir noch 9 Stunden, um mich auf die neue Etappe in meinem Leben vorzubereiten. Tatsächlich ging dieser Umbruch aber nicht Knall auf Fall, sondern ich reiste zunächst ganz alleine nach Dresden – ich mit meinem Fahrrad. Vor wenigen Tagen hatten wir Annikas dritten Geburtstag noch gefeiert zusammen mit ihren Kindergarten Freunden. Ich hatte meine eigenen Freunde noch ein letztes Mal gesehen, mich sogar mit den Bonner KiTa-Mamis noch getroffen, einen Ausstand auf Arbeit gegeben. Das alles machte sehr real, dass zu einem Neuanfang eben auch ein Abschluss gehören muss…

20:36 Uhr. Der Zug hält, die Türen öffnen sich und eine Frau hievt ihr Fahrrad aus dem Zug. Da bin ich also, ich in Dresden. Nicht das erste Mal, aber jetzt zu Hause.

Ich schreite voraus, die Familie folgt hinterher

Obwohl Dresden nicht Amerika war, ich keine Siedlerin und mein Fahrrad kein tonnenschweres Schiff: der Aufbruch nach Dresden fühlte sich wie ein Abenteuer an. Ganz zu Beginn, als der Umzug nur eine kleine unrealistische Idee war, hatte sie mir noch sehr viel Angst gemacht. Als die Idee dann immer mehr herangewachsen war, hielt sich die Sorge in Grenzen, denn nun galt es zu organisieren und zu planen. Die Frage war nicht mehr „Könnte es funktionieren?“, sondern „Wie wird es funktionieren?“

Ich richtete mich die ersten zwei Monate in einer kleinen Wohnung ein, die nur aus einem Zimmer mit angrenzendem Bad bestand, aber auch Küche & Fernseher hatte. Hier lebte ich von Montag bis Donnerstag, Freitag ging es nach der Arbeit zurück nach Bonn. Dort kam ich in guten Tagen um Mitternacht an und an schlechten Tagen ein paar Stunden später – die Bahn hatte mit verschiedenen Stürmen und Baustellen zu kämpfen. Es war einfach ein schlechtes Timing für die Pendelei zwischen Ost- und Westdeutschland. Sonntags gegen 11 oder 12 Uhr ging es wieder zurück nach Dresden.

Zwischendurch – fast nebenbei – wurde ich sogar noch 30. Eine magische Zahl? Ich hatte kaum Zeit darüber nachzudenken. Ich habe ausgiebig mit meinen Freunden und meiner Familie gefeiert; dann ging das Arbeit-Pendler-Leben weiter.

Dezember 2017: Endlich wieder alle zusammen!

Eine wunderschöne Wohnung – Altbau, drei Zimmer, Garten – fand ich bereits am 03. Oktober, also am zweiten Tag nach meiner Ankunft. Die Kindergartenplätze standen auch schon lange fest. Nun fehlte „nur“ noch das wichtigste: meinen Mann, Maxi und Purzelchen nach Dresden zu holen und Weihnachten schon in der neuen Wohnung zu feiern.

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Mit viel Unterstützung durch die Familie kamen endlich alle Möbel nach Dresden und – das wichtigste – wir konnten wieder zusammen hier sein! Die ersten Wochen verliefen wie in Trance zwischen Arbeit, Familie, neuer Wohnung, doch so nach und nach kamen wir in Dresden an.

Wie gefällt es uns nun nach einem Jahr?

Ich liebe Dresden. Ich mag diese Stadt – der AfD und all ihren Anhängern zum Trotz! Ich lasse mich so schnell auch nicht mehr vertreiben. Dresden ist jetzt auch unsere Stadt geworden.

Die Kinder sind sehr hin und hergerissen – Maxi (5,5 Jahre alt) würde auch gern wieder zurück nach Bonn ziehen, aber ihre Wurzeln hier sind ebenfalls schon tief. „Dann müssen eben alle meine Dresdner Freunde mitkommen.“ – Das wäre ihre liebste Lösung.

Das Purzelchen erinnert sich nicht mehr so stark an ihre Bonner Zeit. Sie vergisst leider immer mehr Namen und Gesichter, aber dafür kommen in Dresden immer mehr feste Freundschaften dazu. Bei ihrem vierten Geburtstag hatte sie 5 Freunde eingeladen – und hätte ich nicht „Das ist genug“ entschieden, wären sicher noch einige mehr auf die Einladungsliste gesetzt worden.

Mir selbst gefällt es nach wie vor in Dresden, auch wenn ich gar nicht glauben kann, dass es schon ein Jahr her sein soll, seit wir hier wohnen. Haben wir überhaupt schon etwas von der Stadt gesehen? Ich habe das Gefühl, wir leben noch sehr „nach innen“, was vielleicht nicht stimmt. Ich denke darüber nach: Wir waren im Zoo, im Kino, im großen Garten, im Hygiene Museum, im japanischen Palais, im Stadtmuseum und im grünen Gewölbe und auch im Verkehrsmuseum. Einmal im Theater, öfter mal essen, viel in der Altmarktgalerie, noch mehr Eis essen, in der Neustadt, an der Elbe, an der Priesnitz und schon auf der Bastei – drei Mal.

Na, vermutlich haben wir doch schon einiges unternommen. Trotzdem muss ich die Stadt noch mehr erkunden – es gibt so viel zu sehen! Und gefühlt, ist in Dresden einfach immer etwas los und man kann sich am Wochenende gar nicht entscheiden, wo man hingehen möchte.

Neues Jahr – neue Liste

Kennt ihr diese Listen von 1000 Dingen, die man erledigen sollte? So eine Liste schreibe ich mir für das neue Jahr. Was meint ihr: was sollte ich auf diese Liste setzen?

Was muss man in Dresden mal machen, wenn man schon da wohnt?

eure

Schriftzug Dresden Mutti

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