Es gibt immer mehr Working-Moms!

Ich habe in dieser Woche bei Statista eine Grafik entdeckt, die zeigt, dass es in Deutschland immer mehr Working-Moms gibt und möchte meine spontanen Gedanken dazu gern mit euch teilen:

Infografik: Immer mehr Mütter sind im Job | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Working Mom – Wer braucht diesen Begriff?

Was soll „Working Mom“ eigentlich bedeuten? Auch ich habe den Begriff oft und gern verwendet, als ich das Studium in der Tasche hatte, meine Nebenjobs an den Nagel hängte, und endlich richtig zu arbeiten begann. 40 Stunden pro Woche mit zwei kleinen Kindern, die damals 6 Monate und 2 Jahre alt waren. „Working-Mom“, das hört sich doch nach Power an.

Wenn man auf die Grafik schaut, merkt man aber, dass es doch gar nichts Besonders ist bzw. ist es sogar recht unsinnig von einer „Working Mom“ zu sprechen, wo doch die meisten Mütter einer Berufstätigkeit nachgehen. Vielmehr ist es heute eher ungewöhlich, NICHT zu arbeiten. Wir dürfen natürlich trotzdem stolz darauf sein, wenn wir Working Moms sind, denn das ist definitiv eine Leistung. ABER: diese erbringen (fast) alle Eltern.

Ein wichtiger Schritt in die Unabhängigkeit

73,9 % – Lasst mich mal ein bisschen rechnen. Wenn das die Anzahl der berufstätigen Mütter minderjähriger Kinder ist, dann sollten wir mal noch Mütter von Babys/Kleinkindern ausklammern, denn diese können nicht wirklich arbeiten (Ansichtssache, ich weiß). Also angenommen, eine Frau bleibt durchschnittlich 3 Jahre in Elternzeit zu Hause, müsste man 1/6 aller Mütter ausklammern, also 16 %.

73,9 % der Mütter arbeiten + 16 % sind mit Baby/Kleinkind in Elternzeit = 90,5 %.

Oder andersrum: nur 10 % der Mütter sind No-Working-Moms. Wobei das ziemlich schief klingt und der falsche Ausdruck ist, denn wer seine Elternrolle ernst nimmt, findet auch ohne Erwerbstätigkeit genug zu tun. Ich will hier also keinesfalls die Pflege- und Hausarbeit kleinreden, denn die ist auch jede Achtung wert.

Wie bekomme ich Arbeit, Haushalt & Kinder unter einen Hut?

Keine Frage, es ist nie easy, alles, was im Leben anfällt, zu vereinbaren, und eigentlich würde es wohl wirklich Spaß machen, wenn man mega viel Zeit für seine Kinder hat. Zumindest ist es in meiner Phantasie so. Man könnte jeden Tag viel mehr mit den Kindern unternehmen, ihnen leckere Snacks für zwischendurch kreieren oder ihnen schöne Klamotten nähen. Und und und… Sogar die Wohnung wäre einiger Maßen sauber.

Zeit ist was tolles und wer arbeitet, hat immer zu wenig davon, das ist klar, aber ich finde Nicht-Arbeiten ist keine wirkliche Option. Wie man aber nur Arbeit, Haushalt, Kinder und den ganzen mental load bewältigen soll? Das ist eine interessante Frage, die sicherlich von jedem etwas anders beantwortet wird. Damit alles irgendwie gelingt, müssen die Männer auf jeden Fall mitarbeiten, auch das ist klar, denn die Baustellen außerhalb der (Erwerbs-)Arbeit müssen auch fertig gestellt werden. Jeden Tag und von beiden Eltern.

Ein Mann ist keine Sicherheit!

Was ich meinen Töchtern auf jeden Fall mit auf den Weg geben werde, ist diese wichtige Botschaft: „Ein Mann ist keine Sicherheit. Er ist keine Sicherheit für eure Rente und auch keine Sicherheit im Leben an sich.“ Nicht nur, dass man im Falle einer Trennung dumm aus der Wäsche schaut; auch innerhalb der Beziehung behält der Geldverdiener immer eine gewisse „Macht“, ob er sie nun auslebt oder nicht…

Bei uns ist es andersherum und mein Mann verlässt sich manchmal zu viel auf mich. Aber auch eine Frau ist keine Sicherheit. Ich bin deshalb mehr als froh, dass mein Mann nun eine nebenberufliche Ausbildung begonnen hat, die ihm eine Perspektive für die Zukunft gibt, denn mit der Ausbildung kann er immer wieder leicht Arbeit finden, mehr verdienen und wichtigere Aufgaben übernehmen.

Wenn wir beide arbeiten, teilen wir uns auch die finanzielle Last, die das Leben mit sich bringt und vor allem ist unsere Zukunft viel sicherer, egal, was kommen mag. Ich könnte die Kinder selbst versorgen und mein Mann könnte ebenso die Kinder selbst versorgen – das ist doch ein ganz anderes Lebensgefühl, oder nicht?

Trotzdem: ein Hoch auf alle Moms!

Auch wenn ich einen klaren Standpunkt bei der Frage habe, finde ich, dass ALLE Moms einen guten Job leisten, solange sie ihre Kinder im Blick haben, und Familien sind so verschieden. Manchmal erfordert es die Situation, das ein Elternteil zu Hause bleibt; da kann man nicht alle Eltern über einen Kamm scheren und das möchte ich auch nicht. Grundsätzlich finde ich Arbeiten und eigenes Geld verdienen wichtig, aber selbstverständlich nicht um jeden Preis.

Wie seht ihr das?

eure

4 Kommentare zu „Es gibt immer mehr Working-Moms!

Gib deinen ab

  1. Du hast so recht ! Als ich noch nicht 31 Stunden gearbeitet habe und meine Tochter bereits zur Tagesmutter ging war ich so richtig in Balance ! Nun komme ich seit 2 Monaten nicht mehr dazu auch nur einen Blogbeitrag zu verfassen . Es ist sehr schwer mit der Vereinbarkeit

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    1. Hallo Moni, so sollte es natürlich auch nicht sein. Ich hoffe, die Balance kommt wieder, wenn sich alles noch mehr eingespielt hat? Bei mir gibt es solche und solche Tage, an manchen gehe ich meinen Hobbys nach, an manchen ist für gar nichts Zeit… LG Nadine

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  2. Liebe Nadine und auch Moni! Ich kann jedenfalls nur sagen: ich hatte als Lehrerin gerade sechs (Luxus-) Wochen Auszeit von der Arbeit, während denen für drei mein Sohn im Kindergarten war. Auf einmal habe ich mich wieder richtig gespürt, vor allem, für was ich wirklich meine Kräfte einsetzen möchte und das über das tägliche Klein-Klein hinaus. Jetzt arbeite ich seit knapp zwei Wochen wieder und obwohl mir meine Arbeit grundsätzlich Spaß macht, bin ich DEFINITIV gestresst und mein Sohn ist es – ich spüre es – auch.
    Ja, ich bin immer noch stolz, mein eigenes Geld zu verdienen. Aber diese zwei eigentlich nicht zu vereinbarenden Welten (Arbeit und Kind) zu verbinden IST echt anstrengend (v.a. mit dem unsinnigen Anspruch, dass möglichst jede von der anderen nicht beeinträchtigt werden soll…)
    Ich grüße euch herzlich – und gerade etwas gereizt😅 Sarah

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    1. Hallo Sarah,
      danke für deinen Kommentar dazu. Ich hatte auch immerhin drei Wochen Urlaub und konnte diesen sehr genießen. Es stimmt schon, dass die Auszeit wirklich gut tat und man zu Dingen kommt, die man sonst liegen lässt. Und sei es nur, ein paar gute Bücher zu lesen. Im Alltag ist es bei mir auch manchmal stressig, gerade jetzt, wo wir uns an die neue Situation mit Schulkind gewöhnen müssen und daran, dass mein Mann nun seine nebenberufliche Ausbildung macht, aber auch das wird schon klappen.
      LG Nadine

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