Der Sonntag vor den Corona-Ferien oder auch Die Ruhe vor dem Sturm

Dieses Wochenende ist ein Auf und Ab der Gefühle und ich denke viel an meine Arbeit (Ein Kind unterbricht mich gerade und ich beschließe, die Unterbrechungen in diesem Beitrag zu dokumentieren, um die Herausforderung Home-Office + Kinder zu verdeutlichen … Meine Tochter hat ein Geldstück gefunden und zeigt es mir aufgeregt.). Ich denke daran, was alles ansteht und wie ich das aus dem Home-Office schaffen soll, wenn gleichzeitig die Kinder hier herumwuseln.

Zudem möchte ich nicht, dass meine Nichte in die Schule geht und sie wird mich ab Dienstag Abend besuchen (meine Schwester arbeitet in einem Pflegeberuf und wird an anderer Stelle gebraucht). So werden aus zwei Kindern drei und das ist gut so, denn Gesundheit geht vor (Ein Kind schreit im Nebenzimmer auf; es streitet sich mit meinem Mann).

Andererseits kann es vielleicht mit einer guten Vorbereitung gelingen. Davon sind auch die Kinder überzeugt. Wir haben darüber schon ausführlich gesprochen und sie wissen, dass ich Zeit für die Arbeit brauche und zwar anwesend bin, aber nicht immer gestört werden sollte. Natürlich wird das nur bedingt klappen, denn irgendwas ist immer – wie man auch an dem Beitrag hier sieht („Mama, ich darf was Süßes?!?“)

Tagesablauf der Kinder in der schulfreien Zeit

Jetzt müsste man nur noch die Startseiten kennen …
  1. Lange schlafen! Je länger sie schlafen, desto mehr Zeit bleibt mir in den Morgenstunden zum arbeiten (Kind unterbricht mich, denn ich soll mit in die Küche kommen, es will mir etwas zeigen). Es sei ihnen auch gegönnt, dieser Isolation etwas Gutes abzugewinnen und ohne Weckerklingeln in den Tag starten zu können.
  2. Frühstücken. Das Frühstück soll mein Mann vorbereiten, dann können sie es ohne mich einnehmen.
  3. Anziehen. Hier werden sie meine Hilfe einfordern, denke ich.
  4. Homeschooling. Die Lehrerin meiner großen Tochter hat alle Bücher und Übungshefte aus der Schule mit nach Hause gegeben und einen Zettel ins Hausaufgaben gelegt. (Kind: „Ich möchte CD hören, Mama!“) („Mamaaaaaaaam, ich mag CD hören!!!„) Auf diesen stehen die Seitenzahlen, bis zu welchen wir vorarbeiten sollen. Schaffen das die Kinder alleine?
  5. Hof-Pause! Solange das Wetter gut ist, können meine Töchter danach raus in den Hof oder auf den Balkon und spielen.
  6. Drinnen spielen bis zur Mittagspause.
  7. MITTAGESSEN. Im Idealfall haben mein Mann oder ich am Abend schon vorgekocht, sodass ich das Essen nur warm mache und wir zusammen essen (Kind weint plötzlich im Nebenzimmer, weil sie nicht zu einer Freundin gehen kann. Diese hat heute keine Zeit).
  8. Mittagsruhe. Ich möchte die letzten Stunden effektiv nutzen, um noch etwas abzuarbeiten. (Kind weint immer noch. Ich gehe hin und tröste, aber es hilft gerade nicht.) Die Kinder können in dieser Zeit schlafen oder Musik/Hörspiel hören.
  9. Feierabend! Wenn alles klappt, habe ich 15 Uhr Feierabend und wir können gemeinsam durchatmen. Solange nichts anderes verlangt wird, nutzen wir die Zeit sicherlich auch nochmal für einen Spaziergang oder ein Fußballspiel, damit wir genug Bewegung bekommen.
6:30 UhrMama: Home-Office-Start
8:00 UhrFrühstück & Umziehen
9:00 UhrHomeschooling
10:00 UhrHofpause
12:30 UhrMittagessen
13:00 UhrMittagsruhe
15: 00 UhrFEIERABEND
Die Essensabmeldung läuft immerhin automatisiert

Ziemlich wenig Homeschooling?

Ja, Homeschooling kommt dabei schlecht weg, aber ich kann nicht von meiner Tochter erwarten, dass sie sich alleine in Selbstlernphasen vertieft. Sie ist 6 Jahre alt und hat noch nicht einmal alle Buchstaben gelernt.

Wenn alles gut läuft, kann man nachmittags dann noch gemeinsam ein Homeschooling-Projekt angehen, aber: Home-Office ist echt anstrengend! Wie viel Lust hat man nach der Arbeit noch auf große Projekte? Zum Glück gibt es schon einige tolle Angebote für Kinder in den Corona-Ferien.

Tolle Angebote für die Corona-Ferien

Bild: Leon Berlotti, flickr.com, CC BY-NC-SA 2.0
  • Das WDR Fernsehen wird ab kommendem Mittwoch (18.3.2020) „Die Sendung mit der Maus“ täglich ausstrahlen.
  • Mit Planet Schule bieten WDR und SWR außerdem umfassende Hintergrundinformationen im Netz zu lehrplanrelevanten Themen, wie beispielsweise Klimawandel, Mittelalter, Ludwig van Beethoven oder das Grundgesetz.
  • Der Duden Verlag hat seine Lernplattform Learnattack für Schüler gratis verfügbar gemacht und bietet uneingeschränkten Zugang zu über 40.0000 Erklärvideos, Übungen und Klassenarbeiten.
  • Auf LinkedIn gibt es noch weitere tolle E-Learning-, App- und edukative Tool-Tipps für Homeschooling in Zeiten von Corona.

Außerdem lesenswert ist die Gebrauchsanleitung für Daheim: 66 Ideen für Kinder #StayTheFuckHome vom „einer schreit immer“-Blog.

Plan B: Was ist, wenn Carearbeit und Home-Office nicht vereinbar sind?

Nun möchte ich also Home-Office, Homeschooling, Kinderbetreuung und Carearbeit irgendwie zusammen bewältigen und noch bevor ich damit begonnen habe, schlägt mir der Realismus entgegen. Zum einen flüstert mein eigener Kopf: „WAS FÜR EIN SCHWACHSINN! DAS IST NICHT MACHBAR!“ und zum anderen höre ich auch von anderen: „Nein, das geht nicht.“ (Und mehr muss man dazu anscheinend auch nicht sagen.)

Was also, wenn es wirklich nicht funktioniert, 40 Stunden zu arbeiten und gleichzeitig die Kinder zu versorgen und zu unterrichten. Was dann?(„Mama, kannst du mir das Radio anstecken?„) Mein Plan B ist sehr unspektakulär: Wenn alle Stricke reißen, dann muss es mit unbezahltem Urlaub gehen … Ich befinde mich in der luxuriösen Situation, dass ich Home-Office überhaupt ausprobieren kann, weil wir es zum Glück letztes Jahr eingeführt haben, doch vielleicht geht es mir doch wie allen anderen und ich muss ohne Bezahlung zu Hause bleiben (Kind kommt rein und meckert unzufrieden rum.).

Abwarten und Tee trinken

Okay, stopp. Ich mache jetzt einen Schritt nach dem anderen und habe mir vorgenommen, nicht die 5 Wochen als großes Ungeheuer vor mir zu sehen, denn man weiß nie, was kommt. Mein Mann ist Erzieher und ich habe eine kleine Hoffnung, dass er ab Donnerstag zu Hause ist. Allerdings rechnet er damit, die Notfallgruppe übernehmen zu müssen, da gerade viele Kolleg*innen ausfallen und einer muss es ja machen. (Mein Mann: „Sollen wir essen bestellen? Was wollten wir nochmal essen?“)

Es öffnen sich noch weitere Türen: eine Mutter bot an, meine Töchter auch mal einen Tag zu nehmen, ein Vater schlug vor, wir könnten die Kinder rotierend unterrichten. Zudem habe ich erfahren, dass meine Schwester nächste Woche Urlaub hat. Vielleicht kann ich mir auch mit ihr die Kinderbetreuung teilen? Allerdings: Sozialkontakte soll man meiden, also werde ich diese Ideen wohl verwerfen. (Mein Mann: „Was möchtest du für eine Pizza?“) („Dann lass mich jetzt mal an den Computer.“)

Also: Machen wir nicht die Pferde scheu! Wir werden sehen, was kommt.

Wir feiern jetzt erstmal unseren Hochzeitstag ( 7 Jahre Ehe!)

Unseren Hochzeitstag wollten wir eigentlich in einem Restaurant feiern, aber nun haben wir – wie aufmerksame Leser gemerkt haben – doch Pizza bestellt. Lieferzeit: eine Stunde. Wahrscheinlich sind noch mehr Menschen auf diese Idee gekommen.

Bleibt gesund!

deine

Schriftzug Dresden Mutti

2 Kommentare zu „Der Sonntag vor den Corona-Ferien oder auch Die Ruhe vor dem Sturm

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