Ferien am Briesensee (Spreewald) oder: Familienurlaub ohne Auto

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Urlaub an einem idyllischen Badesee mit Sandstrand – dazu muss niemand in die Ferne schweifen, denn ganz in der Nähe des Spreewalds liegt z. B. der Briesensee, der locker mit Kroatien und Malle mithalten kann, finde ich. Die meisten Urlauber campen hier im Zelt oder in ihrem Wohnmobil, aber wir übernachteten eine Woche lang im Bungalowdorf Briesensee und das war superentspannend und richtig schön.

In drei Tagen reisen wir dann weiter durch Deutschland, denn in unserem dreiwöchigen Urlaub ist das nächste Ziel Bergisch Gladbach, wo der andere Teil unserer Familie wohnt. Auch dahin geht´s: ohne Auto.

Rundgang durchs Bungalowdorf am Briesensee

Nur 15 Bungalows gehören zum Bungalowdorf Briesensee, das direkt am Wald und etwa 100 Meter vom Wasser entfernt liegt. Die Bungalows sind in traditioneller Holzbauweise erbaut und kleine Wege führen von einem zum nächsten. Dazwischen finden sich immer wieder Blumenbeete und Grillecken für jeden Bungalow, auch ein kleiner Sandspielplatz mit Sandkasten, Rutsche und Sandspielsachen stand bereit sowie ein großer Lagerfeuerplatz.

Mit Maxi versuchte ich mich auch am Tischtennis spielen, mit mäßigem Erfolg, denn ihr Leitspruch wurde „Wenigstens getroffen“ – wohin der kleine Ball dann hopste, war erst einmal egal. Zum Glück hatte Purzelchen großen Spaß daran, uns den Ball wieder aufzusammeln, sodass wir mit der Technik eine Weile durchhalten konnten.

Wie war unser Bungalow ausgestattet?

Unser Bungalow ließ keine Wünsche offen, besonders nicht die Wünsche der Kinder, die voller Freude den Fernseher anbeteten. In den kommenden Tagen flaute das Glücksgefühl etwas ab, als sie realisierten, wie „echtes“ Fernsehen funktioniert: man muss schauen, was kommt. Man kann nicht Stop drücken oder von vorn abspielen. Ständig kommt Werbung. Laaaange Werbung. Und abends läuft nichts mehr für Kinder. (Wir gucken zu Hause nur Netflix.)

Wir Eltern liebten in erster Linie Kühlschrank und Kaffeemaschine sowie Wasserkocher, Mikrowelle und Toaster. Schlafgelegenheiten boten das Bett im Schlafzimmer und das Sofa im Wohnzimmer. Bettwäsche war vorhanden sowie Geschirrtücher und Müllbeutel. Gegessen haben wir immer auf unserer überdachten Terrasse.

Zum Duschen musste man ein paar Schritte laufen und hatte dann eine große Kabine für sich allein. Pro Dusch-Chip konnte man 4 Minuten warm duschen. Eine handvoll Chips befand sich im Bungalow und diese reichten uns aus.

Anreise ohne Auto zum Briesensee

„Wie kommt ihr denn dahin?“, fragten uns viele Leute vor unserer Reise oder „Wie seid ihr denn dahin gekommen?“, fragen sie danach. Für uns ganz klar: mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Bis nach Lübben gelang unserer Anreise auch tatsächlich problemlos: zunächst fuhren wir mit dem Bus und dann der Straßenbahn von unserer Wohnung zum Hauptbahnhof (etwa 15 Minuten Fahrzeit), wo wir zu Mittag aßen.

Vom Hauptbahnhof in Dresden kommt man sehr gut in den Spreewald: wir stiegen in den Regionalexpress Richtung Cottbus und stiegen in Senftenberg um in die Regionalbahn Richtung Berlin-Schöneweide. Diese brachte uns nach Lübben. Fahrzeit: 2 Stunden und 9 Minuten.

Hier sollten wir meiner Planung nach 40 Minuten Aufenthalt haben, bis unser Bus zum Briesensee kommen würde. Leider war Lübben anders als vorgestellt, nämlich keine Touristenstadt mit netten Cafés und kleinen Lädchen, zumindest nicht am Bahnhof, sondern Lübben war hier vor allem eins: mausetot. Sonntags hatte sogar der Kiosk geschlossen.

Nach 40 Minuten kam der Bus auch angerollt, aber Richtung Briesensee meinte der Busfahrer, fahre er überhaupt nicht. Er fahre ganz woanders lang. Ich beharrte noch ein wenig auf die Infos, die mir bahn.de ausgespuckt hatte, aber letztlich half es nichts… Wenn der Busfahrer meinte, er fahre nicht da lang, konnte ich das nicht ändern.

Und jetzt? Wir fanden am Bahnhof drei Taxi-Nummern, die wir durchklingelten, aber bei jeder hörten wir nur eine Bandansage und man konnte sein Anliegen aufzeichnen. Das tat ich dann auch. 20 Minuten später kam der andere Bus an, der über den Bahnhof verkehrt und die Aussage des Busfahrers: „Nein, dieser Bus ist ganz falsch. Da hätten Sie den Bus davor nehmen sollen, aber der ist schon weg…“

Ich will euch nicht auf die Folter spannen und verkürzte mal das Ende der Geschichte: Letztlich rief ein Taxiunternehmen zurück und wir kamen heil am Briesensee an. (Taxikosten: 36 €, falls du es uns nachmachen möchtest.)

Wie sieht der See aus?

Der See erfüllte meine Erwartungen komplett. Wenn man eine Reise nur übers Internet plant, bleibt bis zur Ankunft der Nervenkitzel bestehen: ist es da wirklich schön? Wie ist das Wasser? Wie ist der Strand? Kann man da überhaupt baden? Ich habe sogar Instagrambilder vom Briesensee vorher gesucht – es lebe das Internet! – und was ich dort gesehen habe, fand ich nun live vor.

Der Briesensee lässt keine Wünsche offen. Obwohl es ein Natursee ist, der vom Wald umgeben ist, muss man sich über Algen oder schleimigen Untergrund keine Sorgen machen. Im Gegenteil. Der See ist von einem Sandstrand umgeben, auf dem man seine Decke ausbreiten und sich einfach nur entspannen kann. Die Kreativität lässt sich ausleben mit Sandburgen oder Sandskulpturen.

Die Tiefe des Sees war optimal: genug Platz am Rand für die Kinder zum Planschen und doch kam man auch schnell ins tiefere Wasser, um eine Runde zu schwimmen. Ich kann es nämlich nicht leiden, wenn ich zum Schwimmen erstmal einen Kilometer laufen muss.

Was kann man am Briesensee unternehmen?

Ich wollte an den See fahren, um zur Ruhe zu kommen und mal die Seele baumeln zu lassen. Von daher ist die Frage: Und was macht man da? genau am Urlaubsziel vorbei. Essen, Schlafen, Baden, in der Sonne braten – einfach mal richtig ausspannen.

Wem das nicht genug ist, der kann aber auch Wandern oder eine Radtour unternehmen (es gibt Leihfahrräder). Ich habe mir auch zweimal ein Tretboot ausgeliehen, weil man in der Mitte des Sees nochmal ganz anders in den Genuss des Wassers kommt. Außerdem ist es der schnellste Weg auf die andere Seite.

Unsere Tipps für die Verpflegung am Briesensee

Eine voll ausgestattete Küche im Bungalow ist nur dann toll, wenn der Kühlschrank ebenso voll ist. Und ein Grill macht nur dann Sinn, wenn Grillgut drauf liegt. Wir mussten uns also um Verpflegung bemühen, was ohne Auto gar nicht so einfach ist.

Das sind meine Einkaufstipps:

  1. An der Rezeption des Campingplatzes wird ein Brötchenservice angeboten (50 Cent pro Brötchen). Du bestellst am Vortag und kannst zwischen 8 und 10 Uhr morgens deine Brötchen holen.
  2. An der Rezeption gibt´s auch gekühlte Getränke, Eis und Spreewald-Gurken zu Kiosk-Preisen.
  3. Zudem hängt an der Rezeption aus, wann ein mobiler Gemüsestand bzw. eine Bäckerei vor Ort ist. Bei uns gab´s Gemüse und Obst am Montag und am Donnerstag um 11:30 Uhr. Man muss pünktlich da sein, da sich der Wagen nicht lange dort aufhält. Der mobile Bäcker kam am Freitag.
  4. Am Strand befindet sich ein kleiner Imbiss. Die Pommes sind sehr lecker und preiswert (2 €), ansonsten gibt es zum Beispiel auch Currywurst und Bratwurst. Wer Lust auf kleine Knabbereien wie Chips, Erdnussflips, Eis und Kekse hat, wird hier auch fündig. Die angebotenen Getränke sind teurer als an der Rezeption.
  5. Für einen Einkauf im Supermarkt könnt ihr ein Fahrrad ausleihen (5 € im Bungalowdorf oder 10 € auf dem Campingplatz). Der Marktkauf in Lübben befindet sich 9 Kilometer weit entfernt. Du bist also pro Strecke sportliche 30 Minuten unterwegs.
  6. Die Busverbindung nach Lübben ist so lala. Alle 2 Stunden fährt ein Bus von der Haltestelle „Haus am See“ zur „Kreuzung Briesensee“. Von dort aus kommt stündlich ein Bus, der dich nach Lübben bringt. Auf dem Rückweg steigt man an der „Radensdorf Hauptstraße“ um. Einkaufen kannst du entweder bei Marktkauf oder auch bei Rewe oder im NP Discount. Empfehlung: Verbinde den Einkauf direkt mit einem Bummel durch Lübben oder einer Paddeltour.
  7. Bestelle einfach mal eine Pizza. Geliefert wird auch an den Briesensee.

Mit dem Taxifahrer habe ich mich über die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten unterhalten, weil mich das Thema doch ziemlich betroffen gemacht hat. Gerade für ältere Menschen ist die fehlende Infrastruktur auf den Dörfern wirklich ein Problem. 9 Kilometer lagen zwischen unserem Bungalow und dem Marktkauf – und das war wirklich keine unbewohnte Ödnis. Hier gab es einige Dörfer, aber keine Geschäfte für den täglichen Bedarf.

Ich habe mich vorab auf Google Maps umgesehen und bekam es auch vor Ort bestätigt: Einkaufen kann man nur in Lübben… Mit Auto ist das kein Problem, das sind 10 Minuten Fahrt vom Briesensee aus, aber für alte Menschen ist hier eher schlecht gesorgt. Sollte es nicht in jedem Ort zumindest einen kleinen Konsum geben, damit sich die Menschen versorgen können?

Unser Ausflug in den Spreewald zum Paddeln

Auf meinen Wunsch hin unternahmen wir auch einen Ausflug nach Lübben. „Och nööö…“, maulten erst alle. Mein Mann und die zwei Töchter hatten „keinen Bock“, sich vom Briesensee zu entfernen, aber ich konnte mich dann doch durchsetzen. Ich wollte nämlich unbedingt paddeln!

Zentral beim Bootsverleih Gebauer liehen wir uns in Lübben ein Kanu aus, was unter der Woche kein Problem war. An den Wochenenden sollte man vorher mal anrufen und reservieren. Zwei Stunden dauerte unsere Tour und außer dieser Kuh am Ufer gibt´s keine glorreichen Foto-Aufnahmen. Ich musste ja paddeln! Und es war toll, sagen auch die Kinder und der Mann.

Ich persönlich finde paddeln recht einfach. Trau dich einfach mal, wenn du es noch nicht probiert hast. Man hat den Dreh recht schnell raus und kann dann gemütlich durch die Landschaft treiben. Das Problem im Spreewald ist: du musst wirklich paddeln, denn Strömung gibt es so gut wie keine. Dafür hast du freie Fahrt in alle Richtungen.

Was habe ich am Briesensee gelesen?

Aus Mangel an neuen Büchern in meinem Regal nahm ich meinen Lieblingsroman mit an den Briesensee: „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky. Auch beim zweiten Lesen litt ich mit Luise, Selma, dem Optiker und natürlich Frederik mit.

Dann las ich noch „Die 4 Stunden Woche“ fertig von Timothy Ferriss und warf einen Blick in „Herkunft“ von Saša Stanišić, allerdings kam ich erstmal nicht weiter als bis Seite 20.

Wie hat es den Kindern gefallen?

Meine Kinder sind jetzt 6 und 4 ¾ Jahre alt. Sie fragten schon beim Zusammenpacken, ob wir nächstes Jahr wieder hinfahren können, denn das Bungalowdorf ist für Kinder einfach toll. Meine Töchter hatten schnell eine Clique gefunden und waren am liebsten mit den anderen Kindern unterwegs.

Bis Mittwoch wohnten zum Beispiel zwei Mädchen aus Berlin (7 und 10 Jahre alt) neben uns und sie spielten auch mit einem 8-jährigen Mädchen und einem 6-jährigen Jungen. Wir Eltern hatten in dieser Zeit frei, konnten lesen, kochen oder fernsehn gucken. Falls sich jemand bis hierher gefragt hat, wie erholsam der Urlaub wirklich war, dem sei spätestens jetzt gesagt: sehr!

Wasser und Kinder passt auch immer gut zusammen. Nur Wandern fanden sie doof, deswegen wanderte ich hin und wieder einfach alleine durch den Wald – und fand viele Brommbeeren. Weißt du, wessen Feder das im unteren Bild ist?

Das war unser Sommerurlaub am Briesensee. Wäre das auch was für dich? Welche Orte kannst du autolosen Familien empfehlen?

deine

2 Kommentare zu „Ferien am Briesensee (Spreewald) oder: Familienurlaub ohne Auto

Gib deinen ab

  1. Wir waren kürzlich auch eine Woche im Ferienpark am Senftenberger See und wirklich schwer begeistert. Auch wenn wir ansonsten auch gerne Flugreisen und Kreuzfahrten unternehmen – man muss nicht immer in die Ferne schweifen, um einen schönen Urlaub zu verbringen! 🙂

    Ich habe in den letzten Tagen einen Reiseblog ins Leben gerufen – schau gerne mal vorbei.

    Viele Grüße
    Tommy

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