Aufräumen nach dem Montessori-Prinzip

Warum räumen Kinder so ungern auf und von wem haben sie das nur? Mein Mann und ich gehören zu den Eltern, die ihre Kinder und alle ihre Freunde frei spielen lassen. Wir räumen zwischendurch nicht auf, bestehen nicht auf Ordnung und wenn am Ende das Kinderzimmer eine absolute Chaos-Zone ist, dann wissen wir: es hat Spaß gemacht.

Der Spielende verursacht Chaos

Ich finde, Unordnung darf und muss beim Spielen entstehen. Sollen etwa die Fillypferde nicht zusammen mit den Puppen im Legohaus wohnen dürfen, das gleich neben der Playmobil-Kirche steht und von wo aus man am besten mit dem Barbiebus zum Schleichtier-Zoo fahren kann? Doch, nur zu. Seid kreativ. Verbindet die Spielsysteme und habt euren Spaß, Kinder!

Ordnung braucht nur der Dumme, das Genie beherrscht das Chaos.“ (Albert Einstein)

Spielen macht einfach doppelt so viel Spaß, wenn man seiner Phantasie und seinen Ideen freien Lauf lassen darf.

Spielen macht Spaß

Nur warum räumen kleine Kinder nicht auf?

Soweit so gut. Die Frage ist: Warum räumen die Kinder denn danach nicht auf?

Die Antwort liegt natürlich auf der Hand. Weil es erstens keinen Spaß macht und zweitens finden Kinder beim Aufräumen wieder neue interessante Ideen, was man tun könnte. Nach 3 Minuten Aufräumen sitzen sie also da und puzzeln. Aufräumen ist einfach schwierig.

Wir alle haben einen natürlichen Spieltrieb und bei Kindern ist er noch viel stärker ausgeprägt. Statt Dinge wegzuräumen, stürzen sie sich schnell in neue Abenteuer oder Projekte und eigentlich ist diese Faszination beim Spielen auch total schön. Wenn sie nicht so unordentlich wäre…

Wenn das bei euren Kindern gar kein Problem ist, dann könnt ihr den Beitrag gern überspringen. Für alle anderen habe ich eine Idee, wie es mit dem Aufräumen besser klappen kann: mit ein bisschen Montessori.

„Hilf mir, es selbst zu tun.“

Ich nehme mir den Leitsatz der Montessori-Pädagogik als Grundsatz, der da lautet: „Hilf mir, es selbst zu tun“. Was könnte es Besseres geben? Genau das möchte ich erreichen: die Kinder sollen eine Spielumgebung vorfinden, in der sie selbst aufräumen können.

Diese drei Punkte nehme ich mir vor:

  1. Aufbewahrungsboxen beschriften
  2. Spielsachen auf Kinderhöhe bringen
  3. Spielsachen in Körbe und Schieber verteilen
  4. Körbe nur max. zu 2/3 füllen

Ich drucke Beschriftungen aus und kleben sie auf

Beschriftung Baribies nach Montessori Prinzip

Meine Kinder fanden es sehr spannend, die Beschriftungen für die Körbe und die anderen Aufbewahrungsorte zu basteln. Wir suchten im Internet nach schönen Bildern, druckten sie aus und ich bastelte daraus kleine Schildchen. Durch die Bilder können die Kinder „lesen“, was in die Kisten gehört. So erkennen sie ohne Hilfe, an welchen Ort welches Spielzeug gehört und können es selbstständig aufräumen.

Spielzeug gehört auf Kinderhöhe

Wir wohnen in einer Altbauwohnung mit gigantisch hohen Decken. Natürlich reizt es da, den Platz nach oben hin zu nutzen, aber Kinder kommen dann nicht ran. Das hindert sie sowohl am Spielen als auch am Aufräumen. Ich habe die Boxen und Körbe deshalb auf Kinderhöhe platziert.

Warum nutze ich Körbe?

Ich verwende Körbe oder Boxen, die offen sind. So verschwinden die Spielsachen nicht in geschlossenen Schränken oder Schiebern, sondern sind immer präsent. Das regt zum Spielen an und erleichtert auch die Orientierung im Kinderzimmer, denn niemand muss groß suchen, wo sich die Barbies gerade befinden. Sie haben ihren festen Platz gleich neben dem Puppenhaus.

Die Kinder sind selbst in der Lage, die Spielsache an diesen Stellen auch wieder einzuordnen. Zumindest erhoffe ich mir diesen Effekt, denn die Puppen müssen nicht akurat in einem Regal sitzen und ebenso wenig die Autos. Schwupp und schwupp kann jedes Spielzeug schnell wieder in den richtigen Korb geräumt werden.

Körbe haben außerdem den Vorteil, dass sie quer durchs Zimmer getragen werden können, wenn das Spielzeug umher gewandert ist. Auch damit verringere ich die Hürde des Aufräumens.

Aufkleber aufräumen

Tipp: Lasst Platz für mehr

Oft neigt man dazu, die Körbe mit Spielsachen zu überladen. Ordnungs-Experten (ja, solche Menschen gibt es wirklich) raten aber dazu, die Boxen, Kisten und Schieber immer nur 2/3 zu befüllen. Das wirkt entspannter, man findet leichter Dinge wieder, nach denen man „wühlt“ und es ist immer noch Platz für mehr.

Autos Kinderzimmer

Nicht an jeder Stelle gelingt uns das. Barbies und Plüschtiere haben wir zum Beispiel in so großer Zahl, dass ihre Boxen kaum ausreichen und leider doch überfüllt sind. Dank der Körbe habe ich das allerdings im Blick und kann demnächst mal aussortieren und ein Paar Spielsachen wegnehmen (und im Keller lagern).

Weniger ist mehr

Die Natur ins Kinderzimmer holen

Vielleicht habt ihr im ersten Moment nicht den Drang, euch die Natur nach drinnen zu holen. Macht das nicht nur Dreck im Kinderzimmer?

Natur im Kinderzimmer

Sicherlich kann Natur „Dreck“ machen. Stöcke können Rinde verlieren, Zapfen ihre Schuppen und Muscheln können zertreten werden. Trotzdem: Welches Kind sortiert nicht gern Kastanien und Eicheln oder türmt Steine übereinander auf?

Verzichtet nicht darauf, sondern holt euch die Naturmaterialien in die Wohnung. Gerade für kleinere Kinder gibt es kaum bessere Spielsachen als Zapfen und Muscheln. Lasst eure Kinder die Natur begreifen – auch an Regentagen.

Bei allem gilt: Weniger ist mehr

Der letzte Punkt scheint so logisch und doch steht man immer wieder im Kinderzimmer und weiß nicht, was man wegräumen könnte. Meine Kinder lieben es zu spielen – mit so vielen verschiedenen Sachen…

Wer zu viele Dinge besitzt, der kann auch viel Unordnung machen. Das gilt übrigens für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. Das Problem an Unordnung ist, dass sie sich auch auf unser Wohlbefinden auswirken kann. Wenn alles „zu viel“ und zu „chaotisch“ ist, stresst uns das. Haltet das Kinderzimmer also möglichst einfach und übersichtlich und räumt ab und zu Spielsachen einfach weg (z.B. in den Keller).

Wie findet ihr das Montessori-Kinderzimmer?

 

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